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Jubiläum 40 Jahre Feldbahnmuseen in Deutschland PDF Drucken E-Mail

Die 600-mm-spurige Lok "Dimitrias" des Frankfurter Feldbahnmuseums eV war 2 Wochenenden im September 2007 zu Gast in Malente.


Sie ist 1912 von Decauville Thessalischen für die Eisenbahnen in Griechenland (Pilionbahn) gebaut worden. Bis 1930 hat sie den Straßenbahndienst in der Stadt Volos durchgeführt. Damit war sie 20 Jahre im reinen Personenzugdienst mit jeweils zwei Personenwagen im Einsatz. Sie wurde als Ersatz für den offenbar nicht zufriedenstellenden Serpollet-Dampftriebwagen benötigt und mit Ihrer Schwesterlok "Argo" ausgeliefert (von "Argo" gibt es ein Betriebsfoto in dem Buch "Die Thessalischen Eisenbahnen" - bei uns noch erhältlich!) Danach war sie bei den Chrombergwerken in Lamia im Betrieb. Man fand ihre Überreste Ende der 90er Jahre an der Autobahn Larissa - Athen und schaffte sie nach Deutschland, wo bei den Dampflokreparaturwerken in Meiningen sie wieder aufgebaut worden ist.

Zum 10 jährigen Jubiläum der FKBG weilte Der einzige funktionsfähige Solartriebwagen der Welt namens "ELSE" in Malente. Mit umgerechnet einem Schnapsglas Treibstoff könnte das Fahrzeug einen Tag lang verkehren. Er ist bei der Buchhorster Waldbahn in Lauenburg beheimatet und war schon in Berlin, Hamburg und sogar in Schweden zu Gast. Wer weitere Informationen wünscht, dem sei die Homepage www.solarbahn.de sehr empfohlen.

Geschichte der FKBG

Die Planungen für die Umspurung hat das Ingenieurbüro Mohrbach in Grömitz übernommen. Die Konzession haben wir im April 2009 wieder zurückgegeben, damit wir eine Betriebserlaubnis als Schienenbahn beantragen Können. Anstelle der Betriebserlaubnis erhielten wir die Ordnungsverfügung der Gemeinde Malente, die Betrieb sofort untersagt (siehe oben und auch das Jahr 2009) einen. Vom Verwaltungsgericht in Schleswig wurde Anfang August 2009 der Sofortige Vollzug aufgehoben und im November entschied auch die Widerspruchsbehörde, der Kreis Ostholstein, Dass die Ordnungsverfügung der Gemeinde widerrechtlich erfolgte.

Die Umspurung der Strecke bis Bruhnskoppel (km 5,5) ist fertig und wurde am 2.6. feierlich mit dem Bürgermeister der Gemeinde Malente eröffnet. Nach den bisherigen Planungen sollen jetzt in Holsteinische Schweiz, und Bruhnskoppel Malkwitz Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden, damit dort Züge enden, beginnen, kreuzen oder überholen Können. Der Anleger in Holsteinische Schweiz soll bis 2010 gebaut werden um dort auf das Schiff "Luise" umsteigen zu können. Noch im September wird der zweite Abschnitt bis Benz in Angriff genommen. Ein weiterer Ausbau bis Lütjenburg wird Aufgrund der durch die Ordnungsverfügung verlorenen zwei Monate leider nicht mehr zu schaffen sein, womit die im Pachtvertrag vereinbarte Fertigstellung bis Ostern 2010 nicht mehr realisiert werden kann. Ab Benz wird voraussichtlich die Deutsche Privatbahn die Reaktivierung der Strecke selbst in Angriff nehmen.

 
2009 hat Rüdiger Mansfeld den Traumjob gefunden: Bei der Firma Otto Dittmann GmbH, Grömitz, die oft mit uns zusammengearbeitet hat, ist im Lager unentbehrlich geworden. Wir freuen uns sehr für ihn! Ehrenamtlich wird er uns erhalten bleiben und den Führerschein Klasse 2 machen.
Nachdem im April klar wurde, Dass wir die Erfordernisse einer ESBO-Abnahme der Fahrzeuge ohne Werkstattaufenthalt nicht erfüllen werden können, gaben wir unsere Konzession als EIU zurück, damit der Betrieb weiter als Schienenbahn aufrecht erhalten wird. Gleichzeitig stellten wir bei der Gemeinde Malente einen Antrag auf Bezuschussung, da wir gleichzeitig eine Luftdruckbremse einbauen wollten.
Am 2,6 ist der Streckenabschnitt Bad Malente-Gremsmühlen - Bruhnskoppel von Bürgermeister Koch feierlich eingeweiht worden. Bei einer nichtöffentlichen Sitzung am 4.6. ist von Seiten der Mehrheitsfraktion die Forderung nach Lärmschutzwänden entlang der Museumsbahn laut geworden. Ratsherren forderten ausserdem eine Legalisierung des Bahnbetriebes - woraufhin Bürgermeister Koch das erste Mal auch eine Betriebsuntersagung als mögliches Ergebnis nannte. Danach werden die Fahrzeuge einer Hauptuntersuchung unterzogen, um sie nach ESBO zulassen zu können. Wir hoffen, Dass wir das bis Ostern 2010 geschafft haben. Parallel dazu soll die Strecke bis Benz fertiggestellt werden. Der Aufbau einer Eisenbahnfachschule für jugendliche Arbeitssuchende ist geplant. 
Für den Bahnbetrieb wird 2009 eine zweite Lokomotive zur Verfügung stehen und ab 2010 voraussichtlich auch eine Dampflok. Im Herbst werden uns sicherlich wieder die Azubis von Daimler aus Bremen und Thyssen-Krupp aus Bielefeld unterstützen. Unser Dank geht insbesondere an das in Malente CJD, deren Verantwortliche uns in der Vergangenheit schon sehr geholfen haben. Ohne diese Unterstützung hätten wir keinen Lokschuppen und keine aufgearbeiteten Güterwaggons. Als Gag zwischen werden wir im September und Oktober wieder den Transport der Auzubi's Malente - Markt und Gremskamp an den Arbeitstagen durchführen - sehr zur Freude der Teilnehmer.
Ab 2010 ist dann auch der ganzjährige Betrieb an Samstagen geplant. Mindestens ein Zug wird dann jeden Samstag das ganze Jahr über zwischen Malente und Benz pendeln. In den Sommermonaten wird auch in der Woche und an Sonn-und Feiertagen Zugverkehr stattfinden. Ein zwei-Zug-Betrieb ist ab 2012 angedacht, sofern genügend Waggons zur Verfügung stehen und der Anschluß bis Lütjenburg fertiggestellt ist. Noch 2010 soll der Übergang zur öffentlichen Eisenbahn geschafft sein.
Allerdings wird das noch sehr viel Geld erfordern, freie Kapazitäten bei den Werkstätten, und sehr viel guten Willen der Aufsichtsbehörde wegen der zahllosen Ausnahmegenehmigungen voraussetzen. 600-mm-Fahrzeuge können nicht nach ESBO abgenommen werden, da die Standards für 750 mm vorgesehen sind. Eine Reihe von Forderungen der Aufsichtsbehörde sind nicht einmal in der ESBO vorgesehen. Das ist auch der Grund, daß nicht einmal in Bad Orb nach ESBO gefahren wird!

Leider ging es 2009 nicht ohne gerichtliche Auseinandersetzungen: 

Bei der von der Gemeinde Malente ausgesprochenen Ordnungsverfügung mit sofortigem Vollzug gibt es neues: Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat am 24. August 2009 entschieden:
"Die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs der Antragstellerin (wir) gegen die Ordnungsverfügung der Antragsgegnerin (Gemeinde Malente) vom 19.Juni 2009 wird Wiederhergestellt. ... Da die Ordnungsverfügung Somit offensichtlich rechtswidrig erscheint, ist die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs der Antragstellerin wiederherzustellen." 
Nach dem Urteil jetzt der zweite Erfolg:
Mit Datum vom 9.10.2009 wurde unserem Widerspruch gegen die Ordnungsverfügung der Gemeinde Malente vom Kreis Ostholstein stattgegeben. Zitat: "Die Ordnungsverfügung Somit ist rechtswidrig verletzt und die Kleinbahn Betriebs gGmbH in Ihren Rechten, sie ist Deshalb aufzuheben."
Die DB Netz AG hat Räumungsklage gegen uns eingereicht. Es geht dabei um ein ca. 300 m langes Gleisstück, welches den Bahnübergang Bahnhofstraße mit dem gleichfalls von der DB Netz AG gepachteten Grundstück verbindet, auf dem der Lokschuppen steht. An dem Gleisstück liegt auch der Bahnsteig in Richtung Lütjenburg. DB Netz AG behauptet, der Vertrag über 1.800 qm Gelände wurde durch den neuen für 700 qm Gelände Abgelöst, Wobei die Geländestücke beider Verträge aneinander anschließen und im zweiten Vertrag kein Hinweis über die Ablösung des ersten Vertrages enthalten ist. Außerdem wurde die Pacht von beiden Vertragen im Jahre 2008 vereinnahmt und erst ab Januar 2009 die Pacht des ersten Vertrages zurückgesandt. Weder die Politik noch die Konzernspitze waren bisher bereit, uns in dieser Angelegenheit zu unterstützen!
Nach einem erst jetzt vorliegenden Schreiben der DB begründet sie ihr Vorgehen wie folgt: "Aufgrund des Rechtsstreits zwischen der DB Netz AG und der FKBG (es handelt sich dabei um Unterschiedliche Auffassungen zu dem Anschlußvertrag in Süderbrarup - die KLBG ist seit März nicht mehr in der Verantwortung für die Strecke Süderbrarup-Kappeln) Ist jedoch eine weitere Zusammenarbeit in diesem Fall nicht erwünscht. "Peinlich für ein so großes Unternehmen!
Am 27.1.2010 wird hierzu im Amtsgericht Eutin verhandelt. Die Entscheidung wird am 17.2.2010 schriftlich veröffentlicht.
Mit Az.25 C 235/09 wurde am 17.2.2010 folgendes verkündet: Die Klage wird abgewiesen. Die Klägerin trägt die Kosten des Rechtsstreits und der Streitwert wird auf 999,60 EUR festgesetzt.
Entscheindungsgründe: (auszugsweise)
Die Klage ist unbegründet. Der Räumungsanspruch der Klägerin ist derzeit nicht fällig. Die Klägerin hat zwar gegen die Beklagte nach Beendigung des Mietverhältnisses durch Kündigung vom 8.1.2009 aus § 546 Abs.1 BGB einen Anspruch auf Herausgabe des Grundstückes. Der Anspruch Jedoch ist derzeit nicht fällig, da er duch eisenbahnrechtliche öffentliche-rechtliche Rechte und Pflichten überlagert ist. Das streitgegenständliche Grundstück ist für den Eisenbahnverkehr gewidmet. Für die Widmung ist es ohne Bedeutung, ob sich auf dem Grundstück die Schienen oder die Kleinbahnschienen befinden alten neuen. Auch eine Schmalspurbahn Eisenbahn ist im Sinne des § 2 AEG. Aus § 1 AEG ergibt sich, dass. insbesondere auch Schienenpersonnennahverkehr der Hauptsächlich aus historischen Gründen oder zu touristischen Zwecken erfolgt, unter das Eisenbahngesetz fällt. Eine bestandskräftige oder sofort vollziehbar erklärte Freistellung der streitgegenständlichen Strecke im Sinne des § 32 AEG liegt bisher nicht vor.
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Damit haben wir auch den zweiten Prozess gewonnen, der für die weitere Entwicklung und Fortführung des Projektes von Bedeutung ist. Die Entscheidung des Amtsgerichtes Eutin Dürfte auch für andere Museumsbahnen bedeutend sein, weshalb wir die Entscheidungsgründe auszugsweise wiedergegeben haben.
Wir haben bis heute 150.000 EUR in das Projekt "Hein Schüttelborg" investiert und von keiner Seite Zuschüsse erhalten! Wer unser Projekt unterstützen möchte, der ist herzlich eingeladen!
Auch 2010 geht es mit dem Prozessieren weiter. Den entstandenen Schaden durch die ungerechtfertigte Stillegung zu ersetzen, daran denkt die Gemeinde nicht einmal.
Im Juli hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Schleswig-Holstein, Kiel, den Betrieb untersagt. Dagegen mußten wir wieder vor das Verwaltungsgericht ziehen. Von dort wurde eine Mediation vorgeschlagen. Wenn der LBV-SH damit einverstanden ist, könnte es zu einer Einigung führen und das Projekt voranbringen.
Zu allem Übel hat der seit Dezember 2009 ausgeschiedene Hauptgesellschafter als Konzessionsinhaber und Streckeninhaber die Zusammenarbeit einseitig aufgekündigt, weil der Geschäftsführer der KLBG die mit ihm vereinbarten Schritte forciert hatte. Er will nach eigenen Angaben mit allen Mitteln verhindern, daß es in Schleswig-Holstein eine 600-mm-Bahn gibt.

 
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