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Das Neueste/Reise mit "Hein Schüttelborg" PDF Drucken E-Mail

Vorbereitungen Saison 2010:

Beim Abarbeiten der Liste des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr (LBV-SH) sind wir darauf gestoßen, daß einige Forderungen unerfüllbar sind, da die Fahrzeuge bauartbedingt die Voraussetzungen einfach nicht erfüllen können. Bleibt somit nur der Weg über eine "Bahn besonderer Bauart"? Recherchen haben ergeben, daß es in Deutschland keine einzige 600-mm-Bahn gibt, die die Kriterien der ESBO erfüllt oder eine Eisenbahn nach dem AEG ist. Selbst Wächtersbach - Bad Orb ist keine Eisenbahn nach dem AEG!

Im Osten ist das anders, dort gibt es die BOP für Parkeisenbahnen. Die darf jedoch im Westen nicht angewandt werden. Wird es damit nur im Osten Bahnen in 600 mm Spurweite geben? Die einzige Variante, die auch noch bei geringen Besucherzahlen wirtschaftlich fahren kann?

England, Schweden und Polen zeigen, daß es auch anders geht.

Reise mit "Hein Schüttelborg" von Bad Malente-Gremsmühlen bis Benz

Bei vielen Bimmelbahnen hieß es so schön "Blumenpflücken Während der Fahrt verboten". Hier locken Himbeeren, Kirschen, Brombeeren, Pflaumen, Holunder und Schlehen nebst allerlei weiteren Obstsorten zur Freude der Schnaps-Destillen. Die zahlreichen Hopfenranken Dürften für Bierbrauer und-konsumenten eine wahre Augenweide sein. "Obst pflücken Während der Fahrt verboten" Dürfte es bei uns heißen. 

  Malente ist Geschichtsträchtig in Sachen Eisenbahn: Der Bahnhof Bad Malente wurde am 31.Mai 1866 eröffnet, Während die Strecke nach Lütjenburg erst am 1.6.1890 in Betrieb ging. Beim Bahnbau kam eine Feldbahn zum Einsatz, die Betriebsmittelpunkt in Höhe Bahnhofstraße Ihren 29 hatte. Die Familie Lenz (Lenz-Bau hatte um die Jahrhundertwende viele Kleinbahnen gebaut, wie Kiel - Segeberg und Kiel - Schönberg. Auch 600-mm-Kleinbahnen, wie die Bromberger und Wirsitzer Kreisbahnen, die Anklam-Lassaner Kleinbahn von Lenz sind errichtet Und auch betrieben worden) bewirtschaftet einen Bauernhof hier und Julius Dorpmüller, ehemaliger Direktor der Deutschen Reichsbahn und Wegbereiter der Deutschen Bundesbahn wirkte und starb 1945 und liegt in Malente begraben. Zwischen 1927und 1952 verband eine Feldbahn in 600 mm Spur das Kieswerk in Vierth (oberhalb der Vitalklinik) mit dem Bahnhof. Eine zunachst eingesetzte Dampflok wurde durch eine Diesellok der Firma Oberursel (später Deutz) ersetzt. Die Strecke ging entlang der Hindenburgallee und hatte ein Kreuzungsgleis im Olandsweg. 
Unsere Reise beginnt am Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen Gleis 3. Der Zug ist vom Betriebsbahnhof in Gremskamp gekommen und hat dabei die Schwentine überquert - dem niedrigsten Punkt der Strecke GESAMTEN. Der Zug kreuzt die belebte Bahnhofstraße und fährt Anschließend durch einen tiefen Einschnitt mit lianenähnlichem Knöterich. Unter einer Betonbrücke hindurch - bis 1935 Krieg stirbt eine Holzbrücke, wie wir auf der weiteren Fahrt noch eine zweite sehen werden - zum ersten Bedarfshaltepunkt "Malentino". Benannt wurde der Halt durch den gegenüberliegenden Spielplatz. Wer hier aussteigt, kann den Wildpark oder die Tews-Kate (Museum) besuchen, an der verschiedene Veranstaltungen im Jahr stattfinden. Daneben Befindet sich ein großer Parkplatz.

 

Weiter geht es aus dem Einschnitt heraus, links ein Schrebergärten vorbei. Auf der rechten Seite hinter der großen Kastanie residiert der Bürgermeister im Rathaus und daneben ist die Sparkasse. Geübte Augen entdecken auch die parallel führende Bahnhofstraße. Links kommt langsam das Haus des CJD ins Blickfeld, wir fahren jetzt auf einem hohen Damm. Fast ebenerdig wird die zweite Straße gekreuzt, wo Menschen rechte Hand den Kirchturm erblicken kann. "Malente Markt" ist der nächste Bedarfshalt. Wer hier aussteigt, kann zur Thomsen-Kate gehen, in der Häufig Ausstellungen stattfinden, Mini-Golfen oder zum Holzturm in Neversfelde oder zur Schützenhalle wandern. Auch zum Besuch von, WWW-WunderWeltWasser und der Kellerseeschifffahrt kann hier ausgestiegen werden.

 

Die Neversfelder Straße ist die dritte innerörtliche Straße, die gekreuzt wird. Links Befindet sich die Realschule und das alte Gaswerk (heute Wasserwerk und Jugendzentrum).Wir fahren wieder auf einem Damm und überqueren die Malenter Au, die in den Kellersee mundet. Jetzt geht es in gemächlichem Tempo an den Wiesen der Malenter Au entlang. Der Holzturm in Neversfelde RAGT auf der Linken Seite auf dem Berg aus dem Wald hervor. Pfeifend und bimmelnd wird ein Fußweg überquert Bevor wir uns der Lütjenburger Straße nähern. Hier Befindet sich der Bedarfshalt "Eggersdorf", der von 1954 bis 1976 "Malente Nord" hieß. Eggersdorf nannte man das Nachbardorf von Malente nach dem Ritter Eghardts, dem das Edelgut Ursprünglich gehörte. In unmittelbarer Nähe zur Jugendherberge Befindet sich das Schloss gleichen Namens.

Weiter geht es ein Pflaumenbäumen und Schlehenhecken bergan. Der letzte Bahnübergang, der Malkwitzer Weg, erreicht wird. Malente ist hier zu Ende und unser Zug strebt dem Ursprung der Holsteinischen Schweiz entgegen. Wiesen rechts und links und der letzte Hof und jetzt geht es bergan in die hügelige Landschaft, die der Gegend den Namen verlieh.

 

Mit etwas Glück entdecken wir "Oskar" unseren Fasanenhahn, der regelmäßig einen Meter vor der Lok her rennt und nach 100 m dann doch seitwärts Weite sucht, oder"Bertold", der Rehbock, der mitten in Malente auf dem Gleis steht, bis der Zug herangekommen ist, um dann gemächlich, die Bahn keines Blickes zu würdigen, seitwärts in die Büsche verschwindet.

 

Noch ein Einschnitt und rechts lugt der Kellersee durch den Blätterwald. Ein Pfiff und der "illegale" Fußgängerüberweg wird gekreuzt, hoch über der Schweizer Straße, die unten entlangführt. Jetzt geht es ganz dicht am Kellersee seitwärts an einem hohen Hang entlang - fast wie in der richtigen Schweiz. Eine Kurve und das Bahnhofsgebäude "Holsteinische Schweiz" kommt in Sicht. Den Namen hat er von dem früheren Hotel, das hier unterhalb gestanden hat. Heute dient das ehemalige Hotel Finanzschülern, die dort lernen, wie man Steuern richtig berechnet. Vor langer Zeit fuhr von hier das Dampfschiff "Karl-Maria von Weber" von dem Anleger ab, der wieder aufgebaut werden soll. Künftig kann die "Luise" anlegen und ihre Fahrgäste mit denen aus dem Zug zu tauschen. Bis in die 60er Jahre hatte der Bahnhof einen kleinen Pavillon auf dem Bahnsteig. Alles soll in nächster Zeit wieder aufgebaut werden.

 

Unsere Bahn fährt weiter um die Kurve und verlässt damit endgültig den Kellersee. Es geht immer noch bergauf. Mal auf hohem Damm, mal im Einschnitt erklimmt die Strecke den Höchsten Punkt der Strecke. In einer Kurve Befindet sich mit 1,3% die stärkste Steigung auf nur 50 m Länge. Die kleinen Lokomotiven haben ganz schön zu tun, um den Zug hinaufzuziehen. Links lichtet sich der Wald und Ackerland beginnt, rechts ein letzter, sehr hoch gelegener Teich (nein, nicht der "Bodensee", wie ein Witzbold ihn nannte) mitten im Wald. Eine lang gestreckte Kurve in einem Einschnitt und der höchste Punkt der Bahn ist erreicht. Bis hierher haben wir 50 m Höhenunterschied von Malente aus überwunden. Unter der einzigen erhalten gebliebenen 120 Jahre alten Holzbrücke für Straßenverkehr in Schleswig-Holstein - wie auch in Malente Eingangs schon erwähnt - fahren wir hindurch. Sie harrt seit langem der Restaurierung.
Dammhirsch "Egon" mit seinem Harem kreuzt hier regelmäßig kurz vor dem Zug noch das Gleis und jagt unseren Lokführern einen gehörigen Schrecken ein! Hirschbraten hat es jedenfalls nach den Fahrten Bislang noch nicht gegeben. Die Kurve nimmt kein Ende, doch jetzt geht es langsam, kaum merklich, bergab. Der Blick geht auf der Linken Seite am Ende des Waldes über eine große Weide. Im Sommer stolzierte Freund "Adebar" der Storch, Regelmäßig pünktlich zur Vorbeifahrt, um den Lurchen das Fürchten zu lehren. Beschwerden unserer weiblichen Fahrgäste, gezwickt worden zu sein, wurden bisher nicht bekannt. Ein wenig erinnert die Landschaft an die Südsteiermark bei Graz.

 

Ein kurzes Stück geradeaus und eine Linkskurve beginnt. Fast am Ende der Kurve befindet sich der Bahnsteig von "Bruhnskoppel". Das alte Bahnhofsgebäude ist noch da - nur leider aus wärmetechnischen Gründen mit Blech verkleidet. Eine Straße trennt den langen Bahnsteig in zwei Teile. Jenseits der Straße steht eine Wellblechbude, wie sie in den 20er Jahren bei der Bahn oft Verwendung fand. Diese hier stammt von der Strecke Pönitz - Ahrensbök und konnte im Vergangenen Jahr gerettet werden. In ihr ist eine kleine Ausstellung von Kleinbahnutensilien untergebracht. Daneben befindet sich der Güterwagenkasten der ehemaligen Kreisbahn Osterode-Kreiensen, der als "Ferienhäuschen" hergerichtet war und jetzt unserem Personal als Aufenthaltsraum dient, bis er wieder auf "Beine", sprich Achsen wird gestellt werden kann. Auch in Bruhnskoppel wird es ein Abstellgleis zum Umsetzen der Lok geben, da das gleichnamige Hotel oft Sonderzüge bestellt. Links geht es nach Malkwitz mit seinem Dorfkrug und dem Ingenhof (Erdbeeren und neuerdings auch Weinanbau) und rechts den Berg hinauf, 500 m, wartet das Hotel Bruhnskoppel. Vom Hotel ergibt sich ein herrlicher Blick über den Krummsee Mit seiner Badestelle Sowie hinüber zum Kellersee und Auf der anderen Seite über die beiden Benzer in Richtung Ostsee gesehen. Im Sommer finden dort die "Immenhof-Festspiele" statt, zu denen extra der "Immenhof-Express" verkehrt.

Die weitere Beschreibung wird erst später Wirklichkeit werden:

Die Strecke führt zunachst schnurgerade durch einen grünen Tunnel (Schweiz ohne Tunnel? Und wenn es nur ein grüner ist). Linke Hand hat sich Reinecke Fuchs sein Domizil errichtet und auch Grimmbart, der Dachs manchmal streitet um die Behausung. In einer Rechts-und Linkskurve führt die Strecke dann auf die ehemalige Ziegelei Malkwitz zu. Der links liegende Hügel wird umfahren und rechts blinken die Benzer Seen zwischen den saftigen Weiden hervor. Hoch oben tront das Berghotel Bruhnskoppel. Hinter dem an der Bahn stehenden großen Wohnhaus ist der nächste Bahnübergang, über den jeden Morgen und Abend Hinnerk mit seiner Herde Rindviecher vom Hof zu den Weiden und zurück das Gleis kreuzt. Es kann durchaus Sein, dass der Zug hier warten muß, und dann heißt es "Kuh auf dem Gleis."

Unmittelbar hinter dem Bahnübergang befindet sich der Bedarfshalt "Malkwitz Ziegelei". Von hier aus kann man auf einem Pfad quer über eine große Wiese das Dorf erreichen Benz - Allerdings nichts für ängstliche, wenn Kühe oder Bullen dort grasen. Auch Malkwitz ist bergan nach 1 km zu erreichen. Neben dem Pfad - er kreuzt die Bahn mit Drehkreuzen - ist der alte Prellbock im Gebüsch von dem Ladegleis der ehemaligen Ziegelei zu finden. Mit einer 200 m langen Feldbahn in 500 mm Spur wurde der Ton von der Grube zum Werk gebracht. Die Züge nach Malente hatten oft zum Ärger der Fahrgäste Verspätung, wenn hier Waggons abgeholt oder zugestellt werden mussten, da damals auch Personenzüge Güterwagen mitnahmen. 1979 wurde die Weiche entfernt.

Jetzt geht es weiter durch Wiesen und Felder. Einen kleinen Bach queren wir und nach einer letzten Rechtskurve kommt der Bahnhof "Benz" in Sicht. Links die Hallen der ehemaligen Spar-und Darlehnskasse Nüchel und rechts werden unsere Werkstätten entstehen. Der Bahnhof hatte bis Mitte der 70er Jahre auch ein Überhol- und Kreuzungsgleis mit Ein-und Ausfahrsignalen. Zwei Bahnsteige waren vorhanden und Schranken sicherten den anschließenden Bahnübergang. Da war viel zu tun für den Bahnhofsvorsteher, wenn zwei Züge kamen. Am Ende der Ladestraße steht das Bahnhofsgebäude, liebevoll gepflegt. Am Gebäude prangt eine Tafel mit der Inschrift "Zur Erinnerung an die Reichsbahndirektion Stettin, die hier im Juli 1945 aufgelöst wurde".Der Bahnhof liegt - wie so oft bei Nebenbahnen in Deutschland - weitab der Orte zwischen Benz und dem kleinen idyllischen Dorf Söhren. Im Herbst und Frühjahr tönen die Schreie der Kraniche aus den Wiesen herüber.

Wenige km weiter Können per Rad oder per Pedes das Gut Flehm und Gut Kletkamp Mit seinen großen Fischteichen erreicht werden.